Warum investieren? Vom Sparen zum Vermögensaufbau (Teil 1/2)

Tom Ihlenburg | Berater

Tom Ihlenburg

Berater
blog@klarhyte.de

14.11.2025

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Über viele Jahrzehnte galt das Sparen als bewährte Strategie der Vermögensbildung. Angesichts niedriger Zinsen und anhaltender Inflation entsteht jedoch die berechtigte Frage, ob traditionelle Sparmethoden heute noch ausreichend sind. 

Dieser Beitrag soll Ihnen dabei helfen, auf die folgenden Fragen Antworten zu finden: 

  • Was heißt sparen und investieren? 
  • Sparen ist die Basis. 
  • Nur zu sparen reicht nicht mehr aus. 
  • Warum investieren? 
  • Warum zögern viele beim Investieren? 
  • Welche Spar- und Investitionswege gibt es? 
  • Wie werde ich einfach vom Sparer zum Investor?

 

Was bedeutet es zu sparen und zu investieren? 

Zuerst klären wir die wichtigsten Begriffe – nur so können wir später gezielt handeln. 

Der Begriff „sparen“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen sparn und bezeichnet das Aufbewahren oder Zurückhalten von Ressourcen. Im finanziellen Kontext wird unter „sparen“ verstanden, Geld gezielt nicht auszugeben, sondern zur späteren Verwendung zurückzulegen. Dabei wird es meist sicher und kurzfristig verfügbar angelegt, um den Erhalt des Vermögens zu gewährleisten. 

Was versteht man unter Investieren? Der Begriff „investieren“ leitet sich aus dem lateinischen investire ab, was so viel wie „einkleiden“ oder „ausstatten“ heißt. Im wirtschaftlichen Kontext bedeutet Investieren, Kapital gezielt einzusetzen, um später davon zu profitieren. Finanzielle Investitionen zielen darauf ab, Geld in Vermögenswerte zu stecken, die im Laufe der Zeit an Wert gewinnen oder Erträge erzielen können. Das Hauptziel ist, das eigene Vermögen zu vermehren, anstatt es nur zu bewahren. 

 

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Sparen schafft eine solide Grundlage

Der Einstieg in diesen Beitrag könnte bei Ihnen möglicherweise die Frage aufwerfen, ob sich langfristiges Sparen noch lohnt. Vielleicht denken Sie auch, dass traditionelles Sparen angesichts von Inflation und niedrigen Zinsen nicht mehr ausreicht und eine Investition unverzichtbar ist. Auf beide Ansichten werde ich im Folgenden eingehen. 

Ob die erste Aussage zutrifft, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zu welchem Zeitpunkt haben Sie angefangen zu sparen, wie lange haben Sie gespart, welches Finanzinstrument haben Sie gewählt und welche Ziele verfolgen Sie überhaupt? Historisch gesehen gab es sowohl niedrige als auch hohe Zinsen. Je nach Finanzprodukt kann Sparen mal mehr, mal weniger sinnvoll sein. Ebenso gibt es Ziele, für die Sparen mit einem überschaubaren Zeitrahmen geeignet ist, und andere, bei denen Investieren – zum Beispiel mit Blick auf die Rendite – die bessere Option wäre. Dennoch bildet das klassische Sparen ein solides Fundament, denn Rücklagen, auf die Sie schnell zugreifen können, dienen als Notgroschen für unvorhergesehene Situationen wie eine kaputte Waschmaschine, eine nötige Autoreparatur oder vorübergehende Arbeitslosigkeit. Sparen erfüllt also eine wichtige Sicherheitsfunktion. Außerdem lassen sich so kurzfristige Wünsche wie Urlaube, Hochzeiten oder größere Reisen zuverlässig realisieren. 

 

Reicht sparen langfristig aus?

Zur zweiten Aussage möchte ich Folgendes anmerken: Die Einschätzung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere ist zu klären, was unter den Formulierungen „reicht nicht aus“ oder „ist veraltet“ verstanden wird und wie daraus gefolgert wird, dass angesichts von Inflation und niedrigen Zinsen eine vollständige Investition erforderlich sei. Tatsächlich genügt reines Sparen nicht, um langfristig Vermögen aufzubauen, da so weder der Inflation ausreichend begegnet noch niedrigen Zinssätzen entgangen werden kann. Dennoch bleibt das Sparen ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Strategie. Die Kombination aus zielgerichtetem Sparen und gezieltem Investieren ist essenziell, um die persönliche Finanzplanung sinnvoll, ganzheitlich und verantwortungsbewusst zu gestalten. 

Der Grund, warum sparsames Verhalten allein langfristig nicht ausreicht, liegt vor allem in zwei Aspekten begründet: Erstens führt ausschließliches Sparen dazu, dass das Vermögen durch Inflation kontinuierlich an Kaufkraft verliert. Bei einer Inflationsrate von 2 % reduziert sich beispielsweise ein Betrag von 10.000 € innerhalb von 30 Jahren auf etwa 5.521 €, selbst bei minimalen Zinserträgen. Zweitens sind die Zinsen für klassische Spar- und Tagesgeldkonten mit etwa 1–2 % häufig niedriger als die Inflationsrate, sodass der Zinsertrag die Kaufkraftverluste nicht ausgleichen kann und somit kein substanzieller Vermögensaufbau stattfindet. 

 

Warum Sie investieren sollten?

Für Sie bedeutet dies: Es empfiehlt sich, sowohl zu investieren als auch regelmäßig zu sparen. Investitionen ermöglichen es, Kapital in nachvollziehbare und vertretbare Werte anzulegen, um über die Zeit hinweg Vermögenswachstum zu erzielen und mittel- bis langfristige Ziele vorausschauend zu verfolgen. Das Nichtbeachten der Auswirkungen von Wertverlust kann sich nachteilig auf Ihre finanzielle Situation auswirken. Durch eine gezielte Anlagestrategie eröffnen sich jedoch zukunftsorientierte Chancen, weshalb ein frühzeitiger Einstieg ratsam ist. 

 

Weshalb scheuen sich Menschen vor dem Investieren?

Die Hindernisse der Nicht-Investoren kann vielschichtig sein und es lohnt sich, dass Sie sich an folgenden Fragen prüfen, um zu erkennen, welche Hindernisse in Ihrem Leben vorhanden sind, dass Sie bisher das Investieren vermeiden: 

  • Haben Sie Verlustängste und hängen zu sehr an Ihrem Geld? 
  • Fehlt Ihnen das nötige Wissen, um die Finanzinstrumente zu verstehen, in die Sie gerne investieren würden? 
  • Haben Sie zu viele schlechte Erfahrungen in Bezug auf das Investieren gemacht, sodass Sie dem Ganzen nicht mehr trauen? 
  • Halten Sie bestimmte Glaubenssätze ab, zu investieren? Z. B. „Geld ist böse und Wachstum schlecht.“ 
  • Denken Sie, dass Sie zu wenig Geld haben, um sinnvoll und weitsichtig investieren zu können?

Es ist ratsam, bei Unsicherheiten das Gespräch mit der Familie, Freunden oder anderen vertrauenswürdigen Personen zu suchen. Für die genannten Herausforderungen stehen hilfreiche und situationsbezogene Lösungen zur Verfügung, die einen neuen Blick auf Investitionen ermöglichen und den Einstieg erleichtern. 

Hier geht es zu Teil 2

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